EE Summer School an der Tsinghua University: Ein Sommer zwischen KI-Forschung und interkulturellem Austausch
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Hallo! Mein Name ist Ngoc Anh Thu Nguyen, die meisten kennen mich jedoch als Anni. Ich studiere derzeit im sechsten Semester Wirtschaftsinformatik an der TUM.
Bereits im vergangenen Jahr hatte ich die Gelegenheit, an einer Summer School in Wuhan teilzunehmen und erste Erfahrungen in China zu sammeln. Danach war für mich klar: Ich möchte unbedingt noch einmal zurück. Da es in diesem Jahr kein entsprechendes TUM-Programm mit der Tsinghua University gab, informierte ich mich selbst über die Summer School und bewarb mich direkt. Eine Entscheidung, die sich für mich in jeder Hinsicht gelohnt hat.
Zwischen Vorlesung, Gruppenprojekt und Forschung
Die Tsinghua wird nicht ohne Grund als das „MIT Asiens“ bezeichnet, und genau diese Energie spürt man überall auf dem Campus. Es war faszinierend zu erleben, mit welchen Fragestellungen sich Forschende und Studierende beschäftigen und wie eng Forschung und Lehre miteinander verbunden sind.
Ein besonderes Highlight waren für mich die Vorlesungen am Department of Electronic Engineering. Vor allem die Vorlesung von Professor Zhang zum Thema „Full-Duplex Speech LLMs“ hat mich begeistert, da das Thema eng mit meinem eigenen Forschungsinteresse verbunden ist. Neben den Vorlesungen standen Workshops zu Themen wie Startup-Gründung und Medien auf dem Programm. Zu den Höhepunkten gehörten außerdem Exkursionen zu ByteDance, dem Unternehmen hinter TikTok, sowie zum automatisierten Hafen und zur Eco-City in Tianjin.
Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir jedoch die Arbeit an dem internationalen Gruppenprojekt. Gemeinsam mit Tsinghua-Studierenden und Lehrenden entwickelten wir eigene Ansätze zu aktuellen Fragestellungen. Mein Team beschäftigte sich mit multiplexen Large Language Models im Bereich Digital Health und arbeitete dabei unter anderem mit dem SALMONN-omni-Modell. Die enge Zusammenarbeit mit Studierenden unterschiedlicher fachlicher und kultureller Hintergründe war für mich sowohl fachlich als auch persönlich eine großartige Erfahrung.
Am Ende präsentierten wir unsere Ergebnisse vor Professorinnen und Professoren sowie potenziellen Förderern des Programms. Bei der anschließenden Urkundenübergabe und dem gemeinsamen Abschlussbuffet konnten wir die Summer School zusammen ausklingen lassen. Spätestens bei den Abschieden wurde deutlich, wie eng wir in dieser kurzen Zeit zusammengewachsen waren.
Campusleben, internationale Begegnungen und neue Freundschaften

Das Leben auf dem Campus war ein wichtiger Teil der Erfahrung. Mit seinen Wohnheimen, Sportanlagen, Cafés und Lernorten wirkt der Tsinghua-Campus fast wie eine eigene kleine Stadt. Viele Begegnungen entstanden nicht im Hörsaal, sondern beim Essen in der Mensa, auf dem Sportplatz oder bei gemeinsamen Aktivitäten nach den Vorlesungen.
Was die Zeit an der Tsinghua University für mich besonders gemacht hat, waren die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe aus Studierenden unterschiedlichster Hochschulen weltweit, darunter von der Nanyang Technological University Singapore, der Stanford University, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Universitat Autònoma de Barcelona.
Durch die gemeinsame Projektarbeit sind wir auch mit den Tsinghua-Studierenden schnell zusammengewachsen. Nach den Vorlesungen haben wir gemeinsam Volleyball, Fußball oder Basketball gespielt und viel Zeit miteinander verbracht. Dadurch sind aus anfänglichen Bekanntschaften schnell echte Freundschaften geworden.
Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man in so kurzer Zeit so enge Freundschaften schließen kann. Umso schwerer fielen am Ende die Abschiede. Zurück bleiben viele schöne Erinnerungen und Freundschaften, die inzwischen über die ganze Welt verteilt sind.
Peking entdecken und China erleben
Auch außerhalb des Hörsaals haben wir unglaublich viel erlebt. Gemeinsam erkundeten wir die Verbotene Stadt, besuchten die Chinesische Mauer und entdeckten viele verschiedene Seiten Pekings.
Mein persönliches Highlight war der Ausflug zum Sommerpalast. Dort liehen wir uns traditionelle Hanfu-Gewänder und verbrachten den Nachmittag als Kaiserinnen, Konkubinen und Adlige. Dabei wurden wir selbst immer wieder zum Fotomotiv für andere Besucherinnen und Besucher des Parks.
In Erinnerung bleiben mir vor allem die vielen spontanen Momente während der Summer School. Nach einer Exkursion wurde aus einer ganz normalen Busfahrt plötzlich ein Karaoke-Abend, bei dem jede Nation ein Lied in ihrer eigenen Sprache singen musste.

Auch abseits der Ausflüge gab es immer etwas zu entdecken. So standen beispielsweise Kurse zu traditioneller chinesischer Medizin und Kunst auf dem Programm. Zusammen mit den vielen gemeinsamen Aktivitäten entstand dadurch eine Mischung aus Forschung, Kultur und Freizeit, die diese Wochen für mich so besonders gemacht hat.
Eine Erfahrung, die weit über den Hörsaal hinausgeht
Für mich war die Zeit an der Tsinghua University eine besondere Kombination aus wissenschaftlichen Highlights und unvergesslichen Erlebnissen. Ich habe nicht nur Freundschaften mit Menschen aus aller Welt geschlossen, sondern weiß jetzt auch viel genauer, mit welchen Forschungsbereichen ich mich künftig intensiver beschäftigen möchte.
Die Arbeit an aktuellen Forschungsthemen und die Zusammenarbeit mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern haben mir einen großen Motivationsschub für mein weiteres Studium gegeben. Gleichzeitig habe ich China noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt.
Rückblickend würde ich mich jederzeit wieder für die EE Summer School entscheiden. Wenn ihr euch für aktuelle Forschung interessiert, gerne mit Menschen aus aller Welt zusammenarbeitet und Lust darauf habt, eine neue Kultur kennenzulernen, solltet ihr diese Chance unbedingt nutzen.
Ein persönliches Herzensprojekt
Zum Schluss noch eine Nachricht, die mich besonders freut: Weil mich die Summer School so begeistert hat und ich diese Erfahrung gerne mit anderen teilen wollte, habe ich mich dafür eingesetzt, das Programm wieder an die TUM zu holen. Vor Kurzem kam die Zusage für eine neue Partnerschaft. Wenn alles wie geplant läuft, wird es damit bereits im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit für TUM-Studierende geben, an der EE Summer School teilzunehmen.
Für mich ist das die schönste Nachricht überhaupt, denn so bekommen künftig noch mehr Studierende die Chance, ihre eigenen Erfahrungen an der Tsinghua University zu sammeln.
Eindrücke aus Peking
Mein Tipp für die Reisevorbereitung: Das TUM Sprachenzentrum
Um vor Ort im Alltag schnell anzukommen, kann ich euch die Sprachkurse des TUM Sprachenzentrums nur ans Herz legen. Ich hatte vor meiner Reise bereits die Kurse Chinesisch A1.1 und A2.2 absolviert. Die Grundlagen haben mir die Orientierung in Peking enorm erleichtert und immer wieder dabei geholfen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
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