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EE Summer School an der Tsinghua University: Ein Sommer zwischen KI-Forschung und interkulturellem Austausch

TUM Global, Aktuelles | 12.10.2026

KI-Forschung, internationale Teamarbeit und das Leben auf einem der bekanntesten Universitätscampus der Welt: Im Sommer 2026 verbrachte TUM-Studentin Ngoc Anh Thu Nguyen mehrere Wochen an der Tsinghua University in Peking. Hier teilt sie ihre Erfahrungen aus der EE Summer School „AI & Sustainability“.

Studentin präsentiert auf einer Bühne während der EE Summer School an der Tsinghua University. Im Hintergrund sind Teilnehmende sowie Teile eines Veranstaltungsbanners zu sehen.
Internationale Freundschaften, neue Forschungsideen und unvergessliche Erinnerungen: Nach mehreren Wochen an der Tsinghua University blickt Anni begeistert auf ihren Sommer in Peking zurück. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Hallo! Mein Name ist Ngoc Anh Thu Nguyen, die meisten kennen mich jedoch als Anni. Ich studiere derzeit im sechsten Semester Wirtschaftsinformatik an der TUM.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich die Gelegenheit, an einer Summer School in Wuhan teilzunehmen und erste Erfahrungen in China zu sammeln. Danach war für mich klar: Ich möchte unbedingt noch einmal zurück. Da es in diesem Jahr kein entsprechendes TUM-Programm mit der Tsinghua University gab, informierte ich mich selbst über die Summer School und bewarb mich direkt. Eine Entscheidung, die sich für mich in jeder Hinsicht gelohnt hat.

Zwischen Vorlesung, Gruppenprojekt und Forschung

Die Tsinghua wird nicht ohne Grund als das „MIT Asiens“ bezeichnet, und genau diese Energie spürt man überall auf dem Campus. Es war faszinierend zu erleben, mit welchen Fragestellungen sich Forschende und Studierende beschäftigen und wie eng Forschung und Lehre miteinander verbunden sind.

Ein besonderes Highlight waren für mich die Vorlesungen am Department of Electronic Engineering. Vor allem die Vorlesung von Professor Zhang zum Thema „Full-Duplex Speech LLMs“ hat mich begeistert, da das Thema eng mit meinem eigenen Forschungsinteresse verbunden ist. Neben den Vorlesungen standen Workshops zu Themen wie Startup-Gründung und Medien auf dem Programm. Zu den Höhepunkten gehörten außerdem Exkursionen zu ByteDance, dem Unternehmen hinter TikTok, sowie zum automatisierten Hafen und zur Eco-City in Tianjin.

Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir jedoch die Arbeit an dem internationalen Gruppenprojekt. Gemeinsam mit Tsinghua-Studierenden und Lehrenden entwickelten wir eigene Ansätze zu aktuellen Fragestellungen. Mein Team beschäftigte sich mit multiplexen Large Language Models im Bereich Digital Health und arbeitete dabei unter anderem mit dem SALMONN-omni-Modell. Die enge Zusammenarbeit mit Studierenden unterschiedlicher fachlicher und kultureller Hintergründe war für mich sowohl fachlich als auch persönlich eine großartige Erfahrung.

Am Ende präsentierten wir unsere Ergebnisse vor Professorinnen und Professoren sowie potenziellen Förderern des Programms. Bei der anschließenden Urkundenübergabe und dem gemeinsamen Abschlussbuffet konnten wir die Summer School zusammen ausklingen lassen. Spätestens bei den Abschieden wurde deutlich, wie eng wir in dieser kurzen Zeit zusammengewachsen waren.

Campusleben, internationale Begegnungen und neue Freundschaften

Teilnehmende der Summer School tragen traditionelle chinesische Hanfu-Gewänder und posieren für ein Gruppenfoto am Sommerpalast in Peking. Im Hintergrund sind ein Gewässer, eine Brücke und Parkanlagen zu sehen.
Einer der Momente, die Anni besonders in Erinnerung geblieben sind: der Besuch des Sommerpalasts in traditionellen Hanfu-Gewändern gemeinsam mit anderen Teilnehmenden der Summer School. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Das Leben auf dem Campus war ein wichtiger Teil der Erfahrung. Mit seinen Wohnheimen, Sportanlagen, Cafés und Lernorten wirkt der Tsinghua-Campus fast wie eine eigene kleine Stadt. Viele Begegnungen entstanden nicht im Hörsaal, sondern beim Essen in der Mensa, auf dem Sportplatz oder bei gemeinsamen Aktivitäten nach den Vorlesungen.

Was die Zeit an der Tsinghua University für mich besonders gemacht hat, waren die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe aus Studierenden unterschiedlichster Hochschulen weltweit, darunter von der Nanyang Technological University Singapore, der Stanford University, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Universitat Autònoma de Barcelona.

Durch die gemeinsame Projektarbeit sind wir auch mit den Tsinghua-Studierenden schnell zusammengewachsen. Nach den Vorlesungen haben wir gemeinsam Volleyball, Fußball oder Basketball gespielt und viel Zeit miteinander verbracht. Dadurch sind aus anfänglichen Bekanntschaften schnell echte Freundschaften geworden.

Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man in so kurzer Zeit so enge Freundschaften schließen kann. Umso schwerer fielen am Ende die Abschiede. Zurück bleiben viele schöne Erinnerungen und Freundschaften, die inzwischen über die ganze Welt verteilt sind.

Peking entdecken und China erleben

Auch außerhalb des Hörsaals haben wir unglaublich viel erlebt. Gemeinsam erkundeten wir die Verbotene Stadt, besuchten die Chinesische Mauer und entdeckten viele verschiedene Seiten Pekings.

Mein persönliches Highlight war der Ausflug zum Sommerpalast. Dort liehen wir uns traditionelle Hanfu-Gewänder und verbrachten den Nachmittag als Kaiserinnen, Konkubinen und Adlige. Dabei wurden wir selbst immer wieder zum Fotomotiv für andere Besucherinnen und Besucher des Parks.

In Erinnerung bleiben mir vor allem die vielen spontanen Momente während der Summer School. Nach einer Exkursion wurde aus einer ganz normalen Busfahrt plötzlich ein Karaoke-Abend, bei dem jede Nation ein Lied in ihrer eigenen Sprache singen musste.

Screenshot aus einem Instagram-Reel der Tsinghua University zur EE Summer School. Mehrere Teilnehmende stehen vor einem Veranstaltungsbanner, darüber sind die eingeblendeten Begriffe „NO“ und „YES“ zu sehen. Linkziel: Instagram-Reel der Tsinghua University zur EE Summer School.
"Würdest du wieder nach Beijing kommen?" Eine von vielen Fragen im Reel, auf die Anni und die anderen Teilnehmenden der Tsinghua Summer School eine klare Antwort haben. Screenshot: tsinghua_uni / Instagram

Auch abseits der Ausflüge gab es immer etwas zu entdecken. So standen beispielsweise Kurse zu traditioneller chinesischer Medizin und Kunst auf dem Programm. Zusammen mit den vielen gemeinsamen Aktivitäten entstand dadurch eine Mischung aus Forschung, Kultur und Freizeit, die diese Wochen für mich so besonders gemacht hat.

Eine Erfahrung, die weit über den Hörsaal hinausgeht

Für mich war die Zeit an der Tsinghua University eine besondere Kombination aus wissenschaftlichen Highlights und unvergesslichen Erlebnissen. Ich habe nicht nur Freundschaften mit Menschen aus aller Welt geschlossen, sondern weiß jetzt auch viel genauer, mit welchen Forschungsbereichen ich mich künftig intensiver beschäftigen möchte.

Die Arbeit an aktuellen Forschungsthemen und die Zusammenarbeit mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern haben mir einen großen Motivationsschub für mein weiteres Studium gegeben. Gleichzeitig habe ich China noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt.

Rückblickend würde ich mich jederzeit wieder für die EE Summer School entscheiden. Wenn ihr euch für aktuelle Forschung interessiert, gerne mit Menschen aus aller Welt zusammenarbeitet und Lust darauf habt, eine neue Kultur kennenzulernen, solltet ihr diese Chance unbedingt nutzen.

Ein persönliches Herzensprojekt

Zum Schluss noch eine Nachricht, die mich besonders freut: Weil mich die Summer School so begeistert hat und ich diese Erfahrung gerne mit anderen teilen wollte, habe ich mich dafür eingesetzt, das Programm wieder an die TUM zu holen. Vor Kurzem kam die Zusage für eine neue Partnerschaft. Wenn alles wie geplant läuft, wird es damit bereits im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit für TUM-Studierende geben, an der EE Summer School teilzunehmen.

Für mich ist das die schönste Nachricht überhaupt, denn so bekommen künftig noch mehr Studierende die Chance, ihre eigenen Erfahrungen an der Tsinghua University zu sammeln.

Eindrücke aus Peking

Studierende der EE Summer School posieren für ein Gruppenfoto im Department of Electronic Engineering der Tsinghua University. Im Hintergrund ist die Beschriftung „Department of Electronic Engineering, Tsinghua University“ zu sehen.

Gemeinsam mit neuen Freundinnen und Freunden vor dem Department of Electronic Engineering, in dem die Vorlesungen der Summer School stattfanden. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Podiumsdiskussion auf der EE Summer School an der Tsinghua University. Mehrere Personen sitzen auf einer Bühne vor einer Präsentationsfolie mit dem Titel „Dialogue between Prof. Daniel Povey and Prof. Chao Zhang“.

Spannende Einblicke in die Zukunft der künstlichen Intelligenz: Prof. Daniel Povey und Prof. Chao Zhang diskutierten zentrale Fragen rund um KI und ihre Rolle in der Gesellschaft. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Eine Gruppe von Studierenden beobachtet eine Robotik-Demonstration. In der Mitte des Raumes steht ein kleiner humanoider Roboter, während die Teilnehmenden die Präsentation verfolgen.

Bei einem Laborbesuch erlebten die Teilnehmenden, wie ein humanoider Roboter Sprachbefehle in Echtzeit verstand und ausführte. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Studierende verfolgen eine Präsentation mit dem Titel „Powering a Low-Carbon Future – Smart Power Grid for a Greener Environment“ im Rahmen der EE Summer School an der Tsinghua University. Auf der Präsentationsfolie sind Windkraftanlagen, Solarmodule und eine moderne Stadtansicht zu sehen.

Nachhaltigkeit war ein wichtiger Bestandteil des Programms, etwa in Vorlesungen wie „Smart Power Grid for a Greener Environment“. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Teilnehmende der EE Summer School stehen für ein Gruppenfoto vor einem Firmengebäude. In der Mitte hält die Gruppe ein Banner mit der Aufschrift „TSINGHUA EE SUMMER SCHOOL – AI+ for Urban Sustainability“.

Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs lernte die Gruppe das Unternehmen Noetix in Peking kennen und erhielt Einblicke in aktuelle Entwicklungen aus der Praxis. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Person steht gemeinsam mit einem Professor vor einer Präsentationsfolie der Hamad Bin Khalifa University. Auf der Folie sind das Logo der Universität sowie der Titel „Extreme Edge Intelligence: Moving AI Intelligence Closer to Sensors“ zu sehen. Sichtbarer Text im Bild: Hamad Bin Khalifa University, Extreme Edge Intelligence: Moving AI Intelligence Closer to Sensors, Dr. Amine Bermak, June 2026.

Der direkte Austausch mit Forschenden aus aller Welt gehörte für Anni zu den prägendsten Erfahrungen der Summer School. Hier mit Prof. Amine Bermak von der Hamad Bin Khalifa University in Katar. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Mehrere Teilnehmende der EE Summer School sitzen gemeinsam an einem runden Tisch in einem Restaurant und posieren für ein Gruppenfoto.

Traditionelle Dumplings mit Freundinnen und Freunden in einem Restaurant nahe der Universität: Auch abseits des Campus boten sich viele Gelegenheiten, China gemeinsam zu entdecken. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Teilnehmende der EE Summer School sitzen gemeinsam in einer Mensa der Tsinghua University und posieren für ein Gruppenfoto während der Mittagspause.

Gemeinsame Mittagspausen in den Campus-Mensen wurden zu einem festen Bestandteil des Summer-School-Alltags. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

Zwei Teilnehmerinnen der EE Summer School stehen mit ihren Urkunden vor einem Rednerpult im Department of Electronic Engineering der Tsinghua University.

Die Übergabe der Teilnahme-Zertifikate bildete den Abschluss von mehreren Wochen voller neuer Erfahrungen, Ideen und Freundschaften. Bild: Ngoc Anh Thu Nguyen / TUM

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Mein Tipp für die Reisevorbereitung: Das TUM Sprachenzentrum

Um vor Ort im Alltag schnell anzukommen, kann ich euch die Sprachkurse des TUM Sprachenzentrums nur ans Herz legen. Ich hatte vor meiner Reise bereits die Kurse Chinesisch A1.1 und A2.2 absolviert. Die Grundlagen haben mir die Orientierung in Peking enorm erleichtert und immer wieder dabei geholfen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

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